Rezension Thomas Nehlert: Porsche - Milestoneste Neues Verlag, Kempen, 2017

2018 wird die Firma Porsche als Automobilhersteller 70 Jahre alt, und es steht zu erwarten, dass aus diesem Anlass wieder zahlreiche neue Bücher zu diesem Thema erscheinen werden. Mit dem Band "Porsche Milestones" setzt der teNeues Verlag hier schon mal ein deutliches Ausrufezeichen.

Auf 224 Seiten werden in 152 Fotografien insgesamt 55 Modelle der Porsche-Palette von 1948 bis 2017 gezeigt. Die Fotos stammen aus dem Archiv des Edelmagazins "ramp" und aus dem Werksarchiv von Porsche. Zu jedem der präsentierten Fahrzeuge gibt es jeweils eine besonders große, doppelseitige Abbildung. Alle Aufnahmen sind hervorragend reproduziert und verdeutlichen den großen Abwechslungsreichtum der Fahrzeuge aus Zuffenhausen und Leipzig. Natürlich finden wir zahlreiche 911-Varianten, aber Porsche ist eben doch so viel mehr als nur 911! Aus der frühen Epoche des Unternehmens ist selbstverständlich der Ur-Porsche 356 allein mit sechs Modellen vertreten, die Transaxle-Modelle mit Vier- und Achtzylinder-Triebwerken haben ebenso ihren Platz gefunden wie Boxster und Cayman sowie Cayenne, Macan und Panamera oder die Super-Sportwagen 959, Carrera GT und 918 Spyder. 

Besonders breiten Raum nehmen die vielen Rennwagen von Porsche ein: vom 550 Spyder und 718 RS Spyder über den Formel 1 804 und die Baureihe 904-906-908-909 Bergspyder bis zu mehreren 917 sind die älteren Wettbewerbsfahrzeuge mehr als angemessen gewürdigt. Aber genauso haben auch 935, 936 Spyder, 956, 962, der TAG-Turbo Formel 1, das Indycar, der 911 GT1 und vor allem auch der jüngst so erfolgreiche 919 Hybrid ihren Platz gefunden. 

Die Mischung der Abbildungen aus zeitgenössischen Aufnahmen besonders von den Renneinsätzen, frühen Fotos aus dem Werksarchiv und modern in Szene gesetzten Ablichtungen auch historischer Modelle ist in gleichem Maße gelungen wie die Auswahl der porträtierten Modelle. Die großen Bilder von der Targa Florio, den 24 Stunden von Le Mans, vom Nürburgring oder eines Richard von Frankenberg in einem 550 Spyder in der Auffahrt zur Avus vor der Kulisse des Berliner Funkturms – das sind einfach motorsportliche Erinnerungen, die das Herz höher schlagen lassen.

Der Autor Wilfried Müller ist bereits durch mehrere Bücher der Edition des Porsche-Museums als Kenner der Materie ausgewiesen. Seine dreisprachigen kompakten Texte zu allen gezeigten Fahrzeugen verraten seine hohe Fachkompetenz, sind überaus informativ und berücksichtigen sowohl die Porsche-Historie als auch die technischen Merkmale der vorgestellten Typen. 

Das in Druck, Layout und Verarbeitung überzeugende Buch kann sowohl dem Porsche-Kenner empfohlen werden als auch dem Interessenten, der sich erstmals mit dem Thema Porsche befasst.


Porsche - Milestones 
Autor: Wilfried Müller 
Verlag: teNeues Verlag, Kempen, 2017
Format und Umfang: Hardcover, 25 x 32 cm, 224 Seiten, 152 Fotos
Text: Englisch/ Deutsch/ Französisch 
Preis: € 49,90
ISBN: 978-3-96171-021-8
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Auto Katalog Modelljahr 2018 Motor Presse Stuttgart

Der "Auto Katalog" der Motor Presse Stuttgart erscheint in der 60. Ausgabe. 1957 ins Leben gerufen, kam er regelmäßig im September des Jahres heraus. Für das Modelljahr 2015 hatte die Motor Presse die Einstellung dieses Kompendiums verkündet, um ein Jahr später auf vielfachen Kundenwunsch hin wieder am Markt zu sein. Seither ist der Erstverkaufstag auf Ende November verlegt worden, weil so noch die alljährlichen Herbstneuheiten der Autobranche berücksichtigt werden können. 

Das Problem bei der Konzipierung eines solchen Katalogs ist offenkundig: Waren es vor 20 Jahren noch 1800 Modelle und Modellvarianten, die zu präsentieren waren, so beläuft sich diese Zahl nun auf 4600. Eine derartige Flut von Fahrzeugen anschaulich und geordnet darzustellen, ohne dass der Katalog zu einem kaum noch handzuhabenden Konvolut ausartet, ist eine gigantische Aufgabe. Man muss dem Redaktionsteam des "Auto Katalogs" ein großes Kompliment machen: es ist gelungen, ein kompaktes und doch weitgehend vollständiges Katalog-Werk zu erstellen! Die Autos der Weltproduktion werden alphabetisch nach Marken geordnet beschrieben, wobei die auf dem deutschen Markt erhältlichen Produkte im Vordergrund stehen. Dennoch beschränken sich die Autoren nicht auf den heimischen Markt, sondern gehen auch auf die Angebotspalette in den USA, China und Japan ein. Dies ist insbesondere bei den Fabrikaten interessant, die länderspezifisch unterschiedliche Modelle anbieten, wie z.B. Toyota, Ford, Hyundai oder VW. Zudem werden die hier zumeist noch weniger bekannten Automobile aus China, Indien und zum Teil auch Russland gezeigt. Diese für den deutschen Markt weniger bedeutenden Beschreibungen sind in grau hinterlegtem Text verfasst und mit etwas kleineren Abbildungen versehen. 

An der Aktualität des Katalogs ist nichts auszusetzen, so sind z.B. Porsche Cayenne 3, Mercedes CLS, BMW X2, M5 und 6er sowie Seat Arona bereits berücksichtigt. Natürlich kann ein solcher Band nur sehr kurzzeitig aktuell sein, weil die Industrie am laufenden Band neue Modelle vorstellt. 

Am Anfang des Katalogs wird auf zehn Seiten knapp auf "Exoten und Supercars" eingegangen. Der illustrierte Katalog ist insgesamt 160 Seiten dick. Die neueren Modelle werden in größeren Fotos gezeigt. Insgesamt ist das Standardwerk mit 1111 Abbildungen großartig illustriert. Ein gigantisches Tabellenwerk gibt auf 72 Seiten alle wesentlichen technischen Daten und die Preise der rund 4600 Modellvarianten wieder. Die umfangreichsten Daten findet man den jeweiligen Modellprogrammen entsprechend für Mercedes, VW, BMW und Audi – z.B. für Mercedes allein rund 320 Datenzeilen. Mit dieser modernen inhaltlichen Gestaltung in einem frischen Layout liegt der "Auto Katalog" weit vor der fünfmal so teuren, nun alljährlich im Mai erscheinenden Katalognummer der Schweizer "Automobil Revue". 


Auto Katalog Modelljahr 2018 
Herausgeber: auto motor und sport 
Autoren: Thomas Fischer, Edwin Meister 
Verlag: Motor Presse Stuttgart, 2017
Format und Umfang: Softcover, 21,5 x 28 cm, 256 Seiten, über 1100 Abbildungen 
Text: Deutsch Preis: € 10,- 
Überall im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Deutsche Autos – Personenwagen und Nutzfahrzeuge in der DDR Michael Dünnebier/ Eberhard Kittler, Motorbuch Verlag Stuttgart

Der 1997 verstorbene Motorjournalist und Automobilhistoriker Werner Oswald hatte im Motorbuch Verlag schon zu Zeiten der DDR neben mehreren katalogartigen AutobuchReihen ein Standardwerk über die Kraftfahrzeuge in Ostdeutschland verfasst. Eberhard Kittler, namhafter Autojournalist und Leiter des Bereichs Volkswagen Classic und der Siftung Auto Museum Volkswagen sowie Dr. Michael Dünnebier haben dieses Buch fortgeführt, zunächst mit mehreren Auflagen im von den letzten Oswald-Bänden bekannten kompakten Format. 

Nun liegt eine neue Fassung dieses Grundlagenbuchs vor. Es ist viel mehr als eine nur überarbeitete Auflage, hier wurde ein komplett neues Buch geschaffen. Die Texte sind ausführlicher, die Illustration ist deutlich reichhaltiger und zum Großteil farbig, und das Format ist auch größer geworden. 

Der auf hochwertigem Mattglanzpapier gedruckte Band gliedert sich nach einer etwa 20seitigen Betrachtung über die Automobilindustrie und den automobilen Alltag in der DDR in zwei große fast gleichlange Abschnitte, nämlich in die Beschreibungen der Personenkraftwagen und der Nutzfahrzeuge.Diese beiden Teile unterscheiden jeweils noch zwischen den in der DDR hergestellten und den aus dem Ostblock importierten Modellen. 

Natürlich nehmen die diversen Trabant- und Wartburg-Fahrzeuge großen Raum ein, aber nicht minder interessant ist die Geschichte der EMW/BMW-Modelle, der Autos von IFA und der Sportwagen von Heinz Melkus. Die Importfahrzeuge stammten von Skoda, Tatra, Polski-Fiat, Dacia, Zastava und mehreren sowjetischen Werken. Große Bedeutung hatte auch der Verkehr von Lastkraft- und Lieferwagen sowie Omnibussen. Dementsprechend sind es rund 130 Seiten, die sich diesem Bereich der Ostblockautomobile widmen. Horch, Sachsenring, IFA, Robur, Framo und Barkas rufen nicht nur den Menschen in den „neuen Ländern“ sondern auch den ehemaligen "Transitreisenden" viele Erinnerungen wach.

Die Texte geben einen Überblick über die Modellentwicklung und streifen – wenn auch sehr knapp – technische Details. Die technischen Daten finden sich allerdings reichlich in den katalogartigen Tabellen wieder. Eine Bibliografie rundet den Band inhaltlich ab. Die Illustration überzeugt mit rund 560 Abbildungen, zum weit überwiegenden Teil farbig. Insbesondere unter Berücksichtigung, dass es sich dabei häufig um altes Bildmaterial handelt, erscheint die Qualität der Reproduktion bemerkenswert. Gerade diese zeitgenössischen Aufnahmen versprühen besonderen Reiz, so zum Beispiel die Abbildung eines Ikarus-Busses oberhalb der Donau vor der Kulisse Budapests. 

Es gibt inzwischen eine ganze Menge Literatur über die Automobile und den Straßenverkehr in der DDR, dieses schöne Buch ragt heraus.


Deutsche Autos – Personenwagen und Nutzfahrzeuge in der DDR 

Autoren: Michael Dünnebier/ Eberhard Kittler 
Verlag: Motorbuch Verlag Stuttgart, 2017 
Format und Umfang: Hardcover, 23,5 x 27 cm, 302 Seiten, über 560 Abbildungen 
Text: Deutsch Preis: € 39,90 ISBN: 978-3-613-04000-7 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: The Ferrari Book – Passion for Design teNeues Verlag, Kempen, 2017

Das ist ein Ferrari-Buch im XXL-Format – ein "Coffee Table Book" im besten Sinne. Auf 416 Seiten werden 34 Modelle des italienischen Sportwagenherstellers im gigantischen Format gezeigt. 

Der bekannte Autofotograf Michel Zumbrunn hat die Sport- und Rennsportwagen in seinem Studio beeindruckend ins Bild gesetzt. Die Reproduktion der insgesamt 183 Fotos auf bestem Papier ist hervorragend. Durch die unterkühlte Art der Darstellung vor gleichbleibendem schwarzen Hintergrund werden die spezifischen Karosserieformen in den Vordergrund gerückt, und es wird dem Betrachter auf diese Weise leicht gemacht, sich – dem Untertitel des Buchs „Passion for Design“ entsprechend – gerade auf dieses Design zu konzentrieren. Berücksichtigung haben die schönsten Straßensportwagen und auch mehrere Wettbewerbsfahrzeuge wie zum Beispiel 250 GTO, 250 LM und 330 P4 gefunden. Das Typenspektrum reicht vom 166 Spyder Corsa des Jahres 1948 bis zum F12 TdF von 2015. Ein Großteil der Fotos war bereits einmal Gegenstand eines früheren Buchs, jedoch werden die automobilen Pretiosen aus Maranello hier erstmals in dieser beachtlichen Größe gezeigt.

Die Texte, die sogar so aktuelle Modelle wie den 812 Superfast und den Portofino berücksichtigen, stammen von Jürgen Lewandowski, einem der namhaftesten Automobilhistoriker Deutschlands. Alle ins Bild gesetzten Modellreihen werden knapp und auf das Wesentliche beschränkt dargestellt. Hier setzt die viersprachige Ausgabe der Ausführlichkeit natürlicherweise räumliche Grenzen. Der Leser erfährt die grundlegenden technischen Daten, aber auch Anekdoten zu prominenten Ferrari-Kunden und zur Geschichte der Traditionsmarke. Vier Persönlichkeiten, die mit dem Styling der FerrariSportwagen auf besondere Weise verbunden sind, werden eingehend porträtiert: Sergio Pininfarina, Sergio Scaglietti, Leonardo Fioravanti und Flavio Manzoni. 

Auf zwei Fehler sei noch hingewiesen: Zu dem kompetenten Text über den Ferrari 412 P des Jahres 1967 finden sich Fotos des Ferrari 312 P in der Berlinetta-Variante, wie sie von Ferrari in zwei Exemplaren bei den 24 Stunden von Le Mans 1969 eingesetzt worden war. Und unter der Überschrift 328 GTB/ GTS werden Bilder des Vorgängermodells 308 GTS gezeigt, wobei Jürgen Lewandowski zutreffend auf beide Entwicklungsstufen des Achtzylinder-Modells eingeht.

Das über 4 kg schwere Buch ist luxuriös gestaltet: hervorragende Verarbeitung, schweres hochwertiges Papier und ein in edlem alcantaraartigen Material gehaltener Einband, der sowohl optisch als auch haptisch überzeugt. Das ist ein wirklich repräsentatives und überaus attraktives Weihnachtsgeschenk für jeden Ferrari-Fan. 


The Ferrari Book – Passion for Design 
Autor: Jürgen Lewandowski 
Fotos: Michel Zumbrunn 
Verlag: teNeues Verlag, Kempen, 2017
Format und Umfang: Hardcover, 30 x 37,5 cm, 416 Seiten, 183 Fotos 
Text: Deutsch/ Englisch/ Französisch/ Italienisch 
Preis: € 128,- 
ISBN: 978-3-96171-020-1 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Porsche 911 ST 2.5 Kamerawagen – Le Mans-Sieger – Porsche-Legende Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2017

Obwohl die gewaltigen 5-Liter-12-Zylinder-Sportwagen vom Schlage eines Porsche 917 oder eines Ferrari 512S im Jahre 1972 den 3-Liter-Prototypen das Feld bei den großen Sportwagenrennen überlassen mussten, war die Internationale Markenmeisterschaft in diesem Jahr dennoch ein großer Erfolg. Die Ferrari 312 PB dominierten die Saison mit zehn Siegen bei zehn Starts; nur die 24 Stunden von Le Mans 1972, bei denen Ferrari nicht antrat, gingen an Matra-Simca. Riesige Starterfelder begeisterten die Zuschauer. Bei sechs Rennen der Meisterschaft fuhr in der GT-Klasse ein außergewöhnlicher Porsche 911 S mit, nämlich der 2,5 Liter des Tod-Hall-Teams von Michael Keyser. Keyser ist ein amerikanischer Motorsport-Journalist und Buch-Autor, der sich in den 1970er Jahren auch als Rennfahrer und Rennstallbesitzer betätigte. Er fuhr den 911 ST 2.5 - eines von insgesamt nur 24 Exemplaren dieses Typs - mehrfach zusammen mit Jürgen Barth und konnte im Jahr 1972 durchaus beachtliche Erfolge vorweisen: Bei der Targa Florio platzierte er sich zusammen mit Barth auf dem zehnten Gesamtrang, bei dem 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring belegte diese Mannschaft ebenso wie in Le Mans den 13. Rang und gewann in Le Mans sogar die GT-Wertung, und in Watkins Glen gelang es Keyser zusammen mit Bob Beasley, auf Rang sieben zu fahren. Im Folgejahr belegte dieser 911 in Daytona den achten Platz und wurde - wie auch bereits 1972 - dann noch in den USA in der IMSA Series eingesetzt. Der 911 ST 2.5 war die letzte Leistungsstufe des sogenannten "Ur-Elfers", bevor die mächtigen Carrera RS und RSR zum Einsatz kamen. 

Allein dies wäre noch nicht Anlass genug, diesem Porsche ein ganzes Buch zu widmen. Doch Keyser nutzte seinen Elfer nicht nur als Rennwagen, sondern auch als Kamerafahrzeug für seinen wundervollen Dokumentarfilm "The Speed Merchants", der 1973 auf den Markt kam. Dieses 90minütige Meisterwerk gilt unter den Motorsportfans als Benchmark, wenn es um die filmische Darstellung der Sportwagenrennen der 1970er Jahre in Form einer realistischen Dokumentation geht. Es ist deshalb ein Glücksfall, dass der Delius Klasing Verlag dem Buch über den Porsche 911 ST 2.5 eine DVD mit diesem Film beigefügt hat. Der Betrachter wird nicht nur in das Renngeschehen 1972 von Daytona bis Watkins Glen versetzt, ihm werden durch die von Mario Andretti und Vic Elford gesprochenen Kommentare höchst authentische Eindrücke vom damaligen Rennsport vermittelt. Man bekommt unmittelbare Einblicke in die Rennabteilungen von Ferrari, Alfa Romeo und Matra und darf sogar am familiären Umfeld von Derek Bell, Jacky Ickx und Vic Elford teilhaben.Nicht umsonst zählt der Film "The Speed Merchants" für sich allein schon zu den gesuchtesten Motorsport-Dokumentationen, hier bekommt man ihn einfach als sehr willkommene Zugabe. Bemerkenswert in dem Film ist auch, dass der gelbe 911 ST 2.5 als Kamerafahrzeug nur einmal ganz kurz beim Start des 1000-km-Rennens auf dem Nürburgring mit Jürgen Barth am Steuer zu sehen ist. Übrigens hat Michael Keyser auch ein Buch mit dem Titel "The Speed Merchants" über die Sportwagenrennen jener Zeit herausgebracht und einen großartigen Band "A French Kiss with Death" über den legendären Spielfilm "Le Mans" mit Steve McQueen verfasst. 

Thomas Imhof, namhafter Motorjournalist und früher Redakteur bei der unvergessenen "rallye racing" und der „Auto Zeitung“, hat hier in mühevoller Kleinarbeit und mit tiefgehender Recherche die Historie des Porsche 911 mit der Chassisnummer 911 230 0538 nachgezeichnet. In acht Kapiteln bleibt kein dieses Fahrzeug berührender Aspekt unberücksichtigt. Nach der Darstellung der motorsportlichen Entwicklung vom Porsche 911 S 2.0 bis zum 911 ST 2.5 wird die Rennausführung des 2,5-Liter-Porsche beschrieben, bevor die motorsportliche Historie des 911 230 0538 bis ins Detail gewürdigt wird. Dabei beschreibt Imhof nicht nur die Rennen der Saison 1972 ausführlich, sondern befasst sich auch mit dem Film "The Speed Merchants" und porträtiert Michael Keyser und Jürgen Barth, die im übrigen auch an diesem Buch mitgewirkt haben und dem Autor regelmäßig für Auskünfte zur Verfügung standen. Von Jürgen Barth stammt auch das Vorwort. 

Nach der Saison 1972 bestritt der 911 ST 2.5 - wie bereits ausgeführt - weitere Rennen in der amerikanischen IMSA Series, bevor er für mehrere Jahrzehnte in der Versenkung verschwand. 2013 tauchte er - wie durch ein Wunder - in der Nähe von San Francisco wieder auf, allerdings in einem ziemlich schrottreifen Zustand. Mit dem Rücktransport nach Zuffenhausen und dem einfach atemberaubenden Wiederaufbau dieses klassischen Porsche 911 befassen sich die letzten drei Kapitel des Buchs. Diese Restaurierung wird in Text und Bild dokumentiert, und auch der Leiter der Werksrestaurierung Porsche Classic, Uwe Makrutzki, kommt zu Wort. Eine dreiseitige Rennstatistik des legendären gelben 911 ST 2.5 beschließt das Buch.

Der Text ist mit hervorragender Kompetenz und erkennbarer Begeisterung verfasst, insbesondere die Geschichte der Wiederentdeckung und des Wiederaufbaus von 911 230 0538 liest sich unglaublich spannend. Die Illustration ist mit rund 200 Fotografien reichhaltig und sowohl in der Motivauswahl als auch in der Qualität der Wiedergabe ausgezeichnet. Einen zusätzlichen Reiz bezieht die Illustration durch die Reproduktion zahlreicher Originaldokumente. 

Dieses Buch zusammen mit der DVD "The Speed Merchants" stellt in der wahrhaft reichhaltigen Porsche-Literatur ein echtes Highlight dar.


Porsche 911 ST 2.5 Kamerawagen – Le Mans-Sieger – Porsche-Legende 

Autor: Thomas Imhof, Michael Keyser, Jürgen Barth 
Verlag: Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2017
Format und Umfang: Hardcover, 24 x 27 cm, 304 Seiten, über 200 Abbildungen; eine DVD mit dem Film „Speed Merchants“ 
Text: Deutsch 
Preis: € 49,90 ISBN: 978-3-667-11062-6 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: 911 Love RS Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2017

Bereits im Herbst 2013 hatte der Delius Klasing Verlag ein im Format und der Gestaltung vergleichbaren Band aus Anlass des 50jährigen Porsche 911-Jubiläums mit dem Titel "911 Love" herausgebracht, der auf uneingeschränkte Begeisterung stieß. Nun wird noch einmal nachgelegt. Nicht weniger faszinierend widmet sich das neue Buch einem ganz besonders reizvollen Thema, nämlich den RS-Varianten des Porsche 911.

Jürgen Lewandowski und Bart Lenaerts dokumentieren diese Fahrzeuge, die für die wahren Sportwagenfahrer regelmäßig die Höhepunkte der jeweiligen Baureihe darstellten. Dabei wird der Ausgangspunkt dieser zumeist auch wettbewerbstauglichen Porsche nicht erst im legendären 2.7 RS von 1973 gesehen, sondern bereits schon im 911 R von 1967. Aus diesem Grunde kann das voluminöse und gewichtige Buch im Jahr 2017 auch als Jubiläumsband für diese speziellen Porsche 911 angesehen werden, was auch durch eine herrlich beschriebene und illustrierte Ausfahrt mit den beiden 911 R-Modellen von 1967 und 2017 als am Endes des Bandes präsentierter Höhepunkt unterstrichen wird. 

Natürlich nimmt die Darstellung des 911 Carrera RS von 1973 angemessenen Raum ein. Auch auf eine Sonderanfertigung für Ferry Porsche, einen 911 Carrera RS in seiner Urform jedoch mit einem 2,8-Liter-Triebwerk, wird eingegangen. Die Autoren blicken auf zahlreiche RS-, RSR-, GT3- und GT3 RS-Modelle der verschiedenen Baureihen zurück und spannen so einen lückenlosen Bogen über 50 Jahre der reizvollsten Porsche 911. Es ist wirklich erstaunlich, dass auch der gerade erst präsentierte 911 GT2 RS der Baureihe 991 mit 700 PS – wenn auch recht knapp – Eingang in diesen Band gefunden hat. Selbstverständlich wird auch die Technik der betreffenden 911-Varianten dokumentiert – durch Entwurfszeichnungen, technische Daten und Detailfotografien. Das Vorwort stammt von Wolfgang Porsche. 

Die Autoren lassen sowohl Zeitzeugen des Unternehmens als auch beglückte Kunden und Porsche-Fahrer ausführlich zu Wort kommen. Gerade daraus bezieht das Buch eine außergewöhnliche Lebendigkeit. Es sind Geschichten, die von Begeisterung für das Produkt und Empathie für die Marke zeugen, die in der Darstellung sehr persönlicher Erfahrungen geradezu berührend wirken. Der frühere Rennfahrer John Watson zeigt und beschreibt voller Stolz seinen 911 2.7 RS Touring, Porsches Chefdesigner Michael Mauer schwärmt vom 991 GT3 4.0 RS, Stefan Bogner – bekannt durch seine "Curves"- Fotobuchreihe – präsentiert seinen 964 3.6 RS, der Werbefilmproduzent und Autor von Porsche-Büchern Jeff Zwart zeigt seinen roten 997 GT2 RS. Der Leser erfährt zudem etwas über den ganz speziellen 911 Turbo von Herbert von Karajan und kann noch einmal die Rekordfahrten des 911 R in Monza 1967 nacherleben. 

Mit über 220 Abbildungen steht die fotografische Ausstattung des edel gestalteten Bandes dem Text qualitativ in keiner Weise nach. Großformatige Aufnahmen, liebevoll und künstlerisch präsentiert, verdeutlichen die sich wie ein roter Faden durch das opulente Buch ziehende Begeisterung für den Porsche 911 in seinen faszinierendsten Ausführungen – die richtige Literatur für "911-LoveRS"!

Thomas Nehlert

911 Love RS 

Autor: Jürgen Lewandowski, Bart Lenaerts 

Verlag: Delius Klasing Verlag Bielefeld, 2017 
Format und Umfang: Hardcover, 30 x 30 cm, 264 Seiten, über 220 Abbildungen 
Text: Deutsch 
Preis: € 98,- 
ISBN: 978-3-667-11058-9 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: 24 Stunden Nürburgring 2017 Gruppe C Motorsport Verlag, Duisburg, 2017

Ende 1989 rief Ulrich Upietz in Duisburg den "Gruppe C Motorsport Verlag" ins Leben. Der erste Band war das Jahrbuch "World Sportscar Racing 89", der über die bedeutenden Sportwagenrennen rund um den Erdball berichtete. Inzwischen ist der Verlag längst in die Hände seines Sohnes Tim übergegangen, der "Gruppe C" zu einem anerkannten Dienstleistungsunternehmen im Bereich Fotografie und Promotion ausgebaut hat. Allerdings wird dabei die verlegerische Tätigkeit nicht vernachlässigt, regelmäßig erscheinen bis zu fünf Jahrbücher, deren Schwerpunkt der Porsche-Motorsport ist, die aber inzwischen auch andere Themen wie zum Beispiel die DTM zum Gegenstand haben.

Seit 2001 gibt es das Jahrbuch über Deutschlands größte Motorsport-Veranstaltung, das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Dabei berichten die Autoren nicht nur über das Rennen selbst, sondern genauso über das Qualifying und alle Events im Umfeld des Hauptrennens wie den Adenauer Racing Day, die 24 Stunden Classic, die beiden Läufe zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft, die Rundstrecken-Challenge und den Audi Sport TT Cup. Besonderes Augenmerk wird auf die 21 verschiedenen Klassen gelegt, deren Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen angetreten sind. Allein knapp 80 Seiten entfallen auf eine eingehende Würdigung dieser Wertungsgruppen, so dass eben nicht nur über die gewaltigen GT3-Rennwagen berichtet wird, sondern auch über die reinen Privateinsätze der Renault Clio, VW Golf GTI, Toyota Corolla, Ford Focus und Opel Astra, die einen Großteil der insgesamt 157 am Start befindlichen Autos ausmachten. Der chronologische Rennbericht selbst ist fast 100 Seiten lang und liest sich abwechslungsreich und spannend. Geradezu dramatisch ist die Schilderung der Schlussphase des Rennens 2017. Nachdem der Lauf – für den Nürburgring ungewöhnlich – bei besten Wetterverhältnissen über die Bühne gegangen war, "spielte Petrus zum Rennende doch noch einmal verrückt" und schien das zunächst sicher geglaubte Klassement durcheinander zu bringen. 

Die Texte berücksichtigen alle wesentlichen Aspekte des Rennens und werden durch 14 rot unterlegte Sonderthemen aufgelockert. Kurze Zusammenfassungen in englischer Sprache erleichtern zweifellos die internationale Vermarktung des Buchs. 

Dennoch liegt der Schwerpunkt dieses Annuals wie schon immer auf der schlicht atemberaubenden Illustration. Das sind tatsächlich deutlich über 1000 Fotos, zum großen Teil in beachtlichem Format, allein 16 Bilder doppelseitig. Erfrischende Renn-Action wechselt sich mit stimmungsvollen Aufnahmen aus der Nacht ab; der in die Abendsonne fahrende Opel Manta begeistert genauso wie die miteinander kämpfenden Boliden vom Schlage eines Audi R8 LMS , Mercedes-AMG GT3, BMW M6 GT3, Porsche 911 GT3 oder Ferrari 488 GT3. Ein besondere Stärke des Buchs liegt alljährlich darin, dass es nicht nur das Renngeschehen auf der Piste beleuchtet, sondern ebenfalls die Menschen rundherum – natürlich die Fahrer, Mechaniker, Teamchefs, aber genauso die Zuschauer, die Fans, die Gridgirls und so manch exotische Erscheinung. Auf diese Weise ist das alles viel mehr als ein nüchterner Rennbericht, dieses Buch vermittelt die einzigartige Stimmung, das herrliche Ambiente eines Motorsport-Events der Extraklasse. 

Man muss sich wirklich fragen, wie es möglich ist, ein großformatiges Werk mit 272 Seiten und einer solchen Illustration zu einem Preis von nur 40,-€ auf den Markt zu bringen. Denn unter diesem Aspekt sind die rund 20 Seiten geschickt verteilter Werbung auch für den Käufer und Leser ein Gewinn. 


24 Stunden Nürburgring 2017 

Herausgeber: Tim Upietz 
Autor: Jörg-Richard Ufer/ René de Boer 
Verlag: Gruppe C Motorsport Verlag, Duisburg, 2017 
Format und Umfang: Hardcover, 24 x 31 cm, 272 Seiten, über 1000 Abbildungen 
Text: Deutsch/ Englisch 
Preis: € 40,- 
ISBN: 978-3-928540-90-2 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: "M1 procar", View-GmbH, Bonn, 2017

Jeder kennt heute die inzwischen legendären M-Modelle von BMW, allen voran M3 und M5 als auch M2 und M4. "M" steht dabei an sich für "Motorsport", denn die M-GmbH ging 1978 aus der 1972 gegründeten Motorsport-GmbH von BMW hervor. Die M-GmbH startete unter der Leitung von Jochen Neerpasch mit einem sensationellen Fahrzeug, das für die Nutzung sowohl auf öffentlichen Straßen als auch auf den Rennstrecken konzipiert worden war, dem BMW M1. 

Das von Michael Thiers View-Verlag herausgegebene Buch "M1 Procar" dokumentiert die Entstehung, die technische Entwicklung und vor allem die Renneinsätze dieser Wettbewerbsversion des M1 bis ins letzte Detail. Autor des Buchs ist Jochen von Osterroth, Motorsportfans bekannt durch zahlreiche Fachbücher und als langjähriger Redakteur der unvergessenen Zeitschrift "rallye racing", die von August 1966 bis Ende 2001 ein unverzichtbares Printmedium im Bereich Automobilsport war. Als rallye-racingMann verfolgte von Osterroth, der übrigens im Ehrenamt auch Vorsitzender des MittelalterVereins Oberwesel ist, nicht nur die Geschichte des M1, sondern auch sämtliche Rennen der Procar Series in den Jahren 1979 und 1980. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrungen war er wie kaum ein anderer dazu berufen, dieses gigantische Buch über den BMW M1 Procar zu verfassen. 

Das 276 Seiten umfangreiche Buch gliedert sich in elf Kapitel. Nach Vorworten von Jochen Neerpasch und Max Mosley werden im ersten Abschnitt die Entstehung der M-GmbH und die Entwicklung des M1 von den ersten Ideen bis zur Umsetzung dieses für damalige Zeiten einzigartigen Projekts dargestellt. Dank der hervorragenden Kontakte des Autors kommen in diesem Zusammenhang auch zahlreiche Protagonisten zu Wort, die unmittelbar mit dem M1 Procar zu tun hatten. Beispielhaft seien Jochen Neerpasch, der leider vor nicht allzu langer Zeit verstorbene Paul Rosche, Martin Braungart und Rainer Bratenstein erwähnt. Nicht zuletzt wird auch der Einsatz von Max Mosley und Bernie Ecclestone gewürdigt, ohne die eine Installation der Procar Series im Vorprogramm der Formel 1 und bei einigen weiteren ausgesuchten Rennen nicht denkbar gewesen wäre. Und schließlich muss auch Uwe Mahla erwähnt werden, bekannt durch unzählige Veröffentlichungen und durch seine mehrjährige Tätigkeit als Pressesprecher des BMWMotorsports. Mahla hat von Osterroth bei der Erstellung des Buchs maßgeblich unterstützt. Gleiches gilt für Günter Nötzold, der sein ganzes Wissen und auch Teile seines Bildmaterial eingebracht hat. 

Den größten Raum des Buchs nimmt die Dokumentation der beiden Jahre der Procar Series 1979 und 1980 ein. Sämtliche Startaufstellungen der insgesamt 18 Läufe, ausführliche Rennberichte und Porträts der beiden Titelträger Niki Lauda und Nelson Piquet lassen keine Frage offen. Dabei wird auch deutlich, dass diese Serie nicht mit einem Markenpokal im heutigen Sinne zu vergleichen ist, sondern ein beinhartes und hoch dotiertes Championat war, in dem in der Regel die fünf Trainingsschnellsten der Formel 1 auf renommierte Tourenwagen- und Sportwagen-Piloten trafen.

Weitere Kapitel über die M1-Einsätze in der amerikanischen IMSA-Serie, bei den 24 Stunden von Le Mans, in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft und in vereinzelten Rallyes schließen sich an. Eine interessante Würdigung erfahren die künstlerisch gestalteten Exemplare des Procars, sei es das von Andy Warhol bemalte Art-Car 1979, der Nürburgring-M1 oder der als Werbeträger verwendete Wirtshaus-M1. Ausführliche Rennergebnisse der Procar-Rennen 1979/80 und eine dreiseitige Auflistung aller M1 Procar-Fahrgestelle schließen das Buch ab. 

Die Texte des Autors und die zum Teil selbst verfassten Beiträge der am Procar-Projekt Beteiligten verraten nicht nur eine auch heute noch sehr hohe Begeisterung für das Thema, sondern eine aus der Nähe zum damaligen Geschehen stammende überragende Kompetenz.So hatte Jochen von Osterroth nicht nur, wie bereits ausgeführt, sämtliche Rennen der Procar Series jeweils vor Ort verfolgt, sondern auch schon seinerzeit journalistisch begleitet. 

Die Illustration ist mit 221 Fotografien nicht nur sehr reichhaltig, sondern auch in Auswahl und Reproduktion der Abbildungen auf hochwertigem Mattglanzpapier hervorragend. Die Bilder stammen aus zahlreichen namhaften Archiven, darunter auch aus der Sammlung von BMW Classic. Mehrere Aufnahmen erscheinen im gewaltigen Doppelseitenformat, also in den Maßen 48x32 cm; eine bestechende Luftaufnahme dieser Größe zeigt beispielsweise das M1 Procar-Feld in der Grundigkehre des Nürnberger Norisrings. 

Ein paar Worte müssen auch zu der Ausführung dieses imponierenden Buchs verloren werden, weil diese wirklich außergewöhnlich ist und neben dem in jeder Beziehung überzeugenden Inhalt den zweifellos stattlichen Preis erklärt und rechtfertigt. Der Einband besteht aus einem Buchrücken mit Silberprägung und einem Cover in Halb-LeinenAusführung in silberner Farbe, die Buchdeckel sind aus einem Spezialpapier in besonderer Glattleder-Haptik gefertigt, ein geprägter M1 procar-Schriftzug auf dem vorderen Einband ziert das Buch genauso wie ein Web-Etikett und ein Lesebändchen in den BMW-M-Farben. Bei dieser Liebe zum Detail versteht es sich schon von selbst, dass Verarbeitung und Bindung auch höchsten Ansprüchen genügen. Dem Schutz des Buchs dient ein stabiler silberfarbener Schuber. 

Dieses Werk ist eine Zierde jeder Sammlung von Motorsport-Literatur, für wahre BMWFans ein Highlight und für die Eigentümer der noch vorhandenen raren BMW M1 unverzichtbar. Angesichts der limitierten Auflage von 500 Exemplaren dürfte es sich schnell zu einem echten Sammlerstück entwickeln.

Thomas Nehlert. 

M1 procar

Autor: Jochen von Osterroth 
Verlag: View GmbH Bonn, 2017 
Format und Umfang: Hardcover im Schuber, 29,5 x 32 cm, 276 Seiten, 221 Fotos 
Text: Deutsch Preis: € 220,-, 
Limitierung auf 500 Exemplare 
ISBN: 978-3-945397-08-4

Rezension Thomas Nehlert: „Alan Mann Racing – F3L/P68“ und „Ford Escort RS1600-Safari 1972“ McKlein Publishing, Köln, 2017

Wenn wir uns mit im Automobilsport erfolgreichen Werken befassen, denken wir zunächst immer nur an Ferrari und Porsche, Mercedes und BMW und vielleicht noch an Bugatti und Alfa Romeo. Dabei gibt es einen Konzern, dessen Tradition und Erfolge im Motorsport zumindest so bemerkenswert sind wie die Siege der geläufigen "Edel-Fabrikate". Es gibt praktisch kein motorsportliches Betätigungsfeld, in dem Ford nicht schon einmal aktiv war.

McKlein Publishing in Köln und der Autor Ed Heuvink haben im Laufe der vergangenen drei Jahre drei besonders außergewöhnliche Rennfahrzeuge von Ford mit drei sehr edel gestalteten und großformatigen Büchern dokumentiert. Der erste Band dieser Trilogie beschrieb 2015 das Urmodell des Ford GT mit der Chassisnummer 101. Jetzt wird diese Reihe mit den Büchern über den Ford P68 und den Escort RS1600, der im internationalen Rallyesport eingesetzt worden war, abgeschlossen.

Als die FIA für das Jahr 1968 die großvolumigen Rennsportwagen vom Kaliber des Ford GT aus der Prototypen-Klasse ausschloss, entwickelte Len Bailey für das Team von Alan Mann in England einen neuen 3-Liter-Prototypen, der von Anfang an durch sein begeisterndes Design bestach. In der rennsportlichen Realität indes erwies sich dieser Ford P68 mit dem der Formel 1 entliehenen Cosworth-V8-Motor als reiner Fehlschlag. In den Jahren 1968 und 1969 trat dieser Rennwagen in sieben Rennen an, fiel aber regelmäßig mit Defekten der unterschiedlichsten Art aus. Neben seinem Aussehen vermochte allein sein imposantes Motorengeräusch zu überzeugen.

Ein in der Schweiz lebender Sammler verfügt – neben dem britischen Rennfahrer David Piper - noch über eines der wenigen Exemplare des Ford P68. Er gab den Anstoß zu diesem Buch, das sich nicht nur mit diesem Prototypen befasst, sondern zunächst auch mit der Ford-Motorsportgeschichte und der Entwicklung des legendären 3-Liter-V8-Cosworth-Motors, dem in der Formel 1 erfolgreichsten Triebwerk aller Zeiten. Darüber hinaus bekommt der Leser auch einen ausgezeichneten Einblick in die Geschichte und die Struktur des Alan-Mann-Rennteams. Nach einer eingehenden Dokumentation der Rennhistorie des P68 geht der Autor auch auf die Einsätze des porträtierten Fahrzeugs im aktuellen historischen Motorsport ein. Das Vorwort zu dem in neun Kapitel gegliederten Band stammt von Richard Attwood, einem britischen Rennfahrer, der über eigene Erfahrungen mit dem P68 verfügt, und zwar sowohl aus der Zeit der eigentlichen Renneinsätze als auch aus den Fahrten bei Oldtimer-Veranstaltungen. Nicht minder bemerkenswert erscheint das Geleitwort von Henry Mann, dem Sohn des früheren Teamchefs Alan Mann.

Gerade angesichts der kaum noch überschaubaren Anzahl von Büchern über die weitaus bekannteren und erfolgreichen Prototypen und Sportwagen von Porsche und Ferrari und auch über den Ford GT40 ist dieser Band über ein zuweilen in Vergessenheit geratenes Projekt ein echter Leckerbissen. Ed Heuvink hat genau recherchiert und zahlreiche bisher nicht bekannte Fakten zusammengetragen, um dieses attraktiv gestaltete und bestens illustrierte Buch zu erstellen. Die zum großen Teil im ganzseitigen Format gehaltenen Fotos stammen aus zahlreichen namhaften Archiven wie z.B. LAT, McKlein, Ford und Bernard Cahier. 

Im Gegensatz zum glücklosen Ford P68 war der Ford Escort RS 1600 ein sehr erfolgreiches Wettbewerbsfahrzeug im internationalen Motorsport, insbesondere bei den Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft. Einer der herausragenden Siege war der bei der East African Safari Rallye 1972; ein Ford-Sieg an sich wäre ja nichts so Besonderes gewesen, aber 1972 konnte mit Hannu Mikkola und Gunnar Palm erstmals ein nicht aus Ostafrika stammendes Fahrerteam diese unglaublich harte Rallye für sich entscheiden. Deshalb ist jenes Siegerfahrzeug – nun ebenfalls in der Schweiz beheimatet – auch ein Unikat von eminenter Bedeutung. Ed Heuvink und der frühere Rallyefahrer John Davenport dokumentieren hier die Historie des Siegerfahrzeugs, wobei sie den Aufbau derSportabteilung und die Planung und den Ablauf der Einsätze von Ford im Rallyesport voranstellen. Für den technisch interessierten Leser dürfte auch die Darstellung der Entwicklung der Rallye-Fahrzeuge von Ford von den Anfängen mit dem Ford V8 und dem Zephyr über den Lotus Cortina bis zum Escort RS 1600 ein Highlight sein, und man erfährtu.a. auch eine Menge über das beachtliche Feld der Konkurrenten von Ford bei den großen Rallyes. Natürlich liegt der Schwerpunkt des im gleichen Format wie das P68-Buchgehaltenen Bandes auf der Vorbereitung und dem Verlauf der East African Safari 1972. 

Deshalb ist es nur konsequent, dass die Vorworte zu diesem ebenfalls auf 999 Exemplare limitierten, großartig illustrierten Buch von den Safari-Siegern Hannu Mikkola und Gunnar Palm stammen, die noch heute ihre berechtigte Freude über den historischen Erfolg von 1972 wiedergeben. Umfangreiches statistisches Material und eine beeindruckende Fotostrecke zum Escort RWC 455K runden das Buch inhaltlich ab. 


Alan Mann Racing F3L/P68 

Autor: Ed Heuvink
Verlag: McKlein Publishing, Köln, 2017
Format und Umfang: Hardcover im Schuber, 29 x 29 cm, 158 Seiten, über 210 Fotos
Text: Englisch Preis: € 79,90, Limitierung auf 999 Exemplare 
Vertrieb: RacingWebShop.com
ISBN: 978-3-9274-5897-0

Ford Escort RS 1600 - Safari 1972

Autoren : Ed Heuvink, John Davenport
Verlag: McKlein Publishing, Köln, 2017
Format und Umfang: Hardcover im Schuber, 29 x 29 cm, 158 Seiten, 190 Fotos
Text: Englisch Preis: € 79,90, Limitierung auf 999 Exemplare 
Vertrieb: RacingWebShop.com
ISBN: 978-3-9274-5898-7

Rezension Thomas Nehlert „Porsche Klassik – Special Edition 911“ Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2017

Wenn die Produktion eines gewöhnlich als "Sportwagen-Ikone" bezeichneten Fahrzeugs die Stückzahl von einer Million erreicht, ist das etwas sehr Besonderes. Der 1963 in seiner Urform als 901 vorgestellte Porsche 911 hat dieses Ziel am 11. Mai 2017 erreicht. Das ist Anlass genug, dieses für einen Hochleistungswagen einmalige Jubiläum mit einer edel und attraktiv gestalteten Sonderausgabe des Magazins "Porsche Klassik" zu würdigen.

Auf 148 Seiten präsentiert der Delius Klasing Verlag 15 Geschichten und Berichte über den Sportwagen-Klassiker aus Zuffenhausen. Der Automobil-Historiker und durch zahlreiche Bücher bekannte Autor Jürgen Lewandowski zeichnet die Entstehung des Porsche 901 nach und widmet einen Artikel dem Schöpfer der 911-Form, Ferdinand Alexander Porsche. Außerdem beschreibt er den Andial 964 Carrera 4, der mit 680 PS als stärkster Straßen-Porsche erst jetzt durch den neuen GT2 RS abgelöst wird. Bastian Fuhrmann stellt die in Kalifornien beheimatete R-Gruppe und deren Gründer Ray Crawford mit seinem 911 S vor, vermittelt dem Leser einen Eindruck von der Sloan Sammlung in New York und berichtet über außergewöhnliche Porsche-Kunden und ihre Porsche 911. Außerdem steuert er einen ausführlichen Fahrbericht vom in klassischem Grün gehaltenen Jubiläumsexemplar des 911 durch Schottland bei. Weitere Texte befassen sich unter anderem mit dem Porsche-Club Westfalen, einem ungewöhnlichen Rennfahrzeug mit der Bezeichnung "912 RSR Lightweight", einem 911 Carrera RSR 2.8 sowie einer gigantischen Sammlung von Porsche-Modellautos. 

Die Special Edition 911 ist reichhaltig und hochwertig illustriert, liest sich interessant und abwechslungsreich und macht die immense Vielfalt des Themas "Porsche 911" deutlich. Trefflich passt auch der Preis zum Thema des Hefts: 9,11 €. 


Porsche Klassik Sonderausgabe "Special Edition 911" 

Verlag: Delius Klasing Verlag Bielefeld, 2017 
Format und Umfang: Kartoniert, 23 x 28 cm, 146 Seiten 
Text: Deutsch Preis: € 9,11 

Überall im Zeitschriftenhandel erhältlich